safe use

Hinweise zum sicheren Konsum

Was ist Schadensminimierung?
Die Organisation „Harm Reduction International” definiert Schadensminimierung so: „Methoden, Programme und Praktiken, die in erster Linie darauf abzielen, gesundheitlich, sozial und wirtschaftlich schädliche Folgen durch den Konsum legaler und illegaler psychoaktiver Substanzen zu reduzieren, ohne dass man unbedingt den Konsum reduzieren muss”. Kurz gesagt: Es sind Maßnahmen, die Drogenkonsumenten helfen, die Wahrscheinlichkeit von schädlichen Folgen ihres Konsums möglichst gering zu halten.

Was kann ich tun, um die Risiken zu reduzieren?
Der Konsum von Drogen birgt immer gewisse Risiken, vor allem bei ungetesteten und unerforschten NPS. Du kannst du aber etwas tun, um das Risiko unerwünschter Folgen deines NPS-Konsums zu reduzieren. Hier sind ein paar wichtige Punkte aufgelistet. Weitere Tipps findest du auf der Website der amerikanischen Organisation zur Schadensminimierung ‘DanceSafe’.

Generell ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein:
Du solltest wissen, was du konsumierst (und wieviel)
Sei nicht alleine und kümmere dich um andere
Du solltest wissen, was du tun musst, wenn du dich nicht gut fühlst und wo du im Notfall Hilfe findest

Zögere niemals, im Notfall (medizinische) Hilfe zu holen!

 

Online-Datenbank

Es gibt Websites, die über getestete Drogen berichten, sodass du gezielt  in einer Online-Datenbank suchen kannst. Auf Internetseiten wie Pill Reports und Ecstasy Data kannst du die Testergebnisse, von Pillen, die als Ecstasy-Pillen verkauft werden, nachlesen. Du kannst dich aber nur darauf verlassen, wie das Produkt von außen aussieht! Es kann nicht geprüft werden, ob die Pille, die du gekauft hast, tatsächlich die gleichen Inhaltsstoffe und Dosierung hat, auch wenn sie die gleiche Farbe und das gleiche Logo wie eine Pille in der Datenbank hat. Deshalb ist große Vorsicht geboten. Vor Kurzem wurde eine App entwickelt, mit der du in einer großen internationalen Datenbank nach vielen psychoaktiven Drogen suchen kannst.

Kümmere dich um Freunde

Wenn du beschlossen hast, NPS zu nehmen, tu es besser nicht allein. Du kannst vorher nie wissen wie du auf eine Droge reagierst, erst recht nicht, wenn es um NPS geht. Es kann gut sein, wenn jemand dabei ist, der nüchtern bleibt (auch „Tripsitter” genannt). Falls es irgendwelche negativen Effekte gibt, kann dir diese Person helfen, dich zu beruhigen und/oder dafür sorgen, dass du im Drogenrausch nichts Gefährliches tust. Stelle auf jeden Fall sicher, dass jemand weiß, dass du etwas genommen hast. Im Notfall kann diese Person dann ärztliches Personal korrekt informieren. Wenn du zum Beispiel mit Freunden bei einem Event bist, passt gegenseitig auf euch auf und sucht Hilfe, wenn es dir oder anderen schlecht geht*. Für weitere Informationen, was du in einem Notfall tun kannst, nachdem du Drogen genommen hast, schau dir hier diese verständlichen und ausführlichen Tipps (auf Englisch) an, zusammengestellt von einer britischen Organisation ‘Talk to Frank’.

Mische keine Substanzen

In der Regel ist davon abzuraten, verschiedene Drogen gleichzeitig zu konsumieren. Aus wissenschaftlicher Sicht weiß man sehr wenig darüber, welche möglichen negativen Auswirkungen solcher Mischkonsum haben kann. Es ist sehr schwer einzuschätzen, welche Folgen es haben kann, wenn man bestimmte Substanzen miteinander mischt. Insbesondere für NPS ist es schwer zu sagen, wie viel des aktiven Inhaltsstoffs du konsumierst und wie viele Substanzen bereits in einem Produkt gemischt wurden. Bei Mischkonsum ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Wirkung negativ oder unerwartet sein wird.

Bei einem Event...

Bei einem Event, z.B. bei einem Open-Air-Festival oder in einem (überfüllten) Club, achte darauf, dass du ausreichend trinkst, um nicht zu dehydrieren. Wenn du aber zu viel Wasser trinkst, kann das auch gefährlich sein! Um zu verstehen, wieso das so ist, schau dir auf der linken Seite das kurze Video unserer niederländischen Partnerorganisation „Unity” an. Außerdem ist es wichtig, regelmäßig Tanzpausen zu machen, dich abzukühlen und zu entspannen. Bei Events gibt es genau dafür oft „Chill Out Rooms”. Das ist wichtig, denn viele Drogen erhöhen deine Körpertemperatur, was das Risiko gesundheitlicher Schäden erhöht. Finde heraus, wo du Sanitäter für den Notfall finden kannst, falls dir oder deinen Freunden schlecht wird. Ausführlichere Informationen findest du bei dieser englisch-sprachigen Website der britischen Organisation zur Schadensminimierung ‘Crew2000’.

Labor Tests

In manchen europäischen Ländern besteht die Möglichkeit, die Drogen legal in einem Labor testen zu lassen.   Das kann anonym und gegen eine geringe Gebühr (manchmal sogar kostenlos) getan werden.

Das ist in Deutschland aktuell nicht erlaubt.

 

 

Testkits

Ein Testkit für den Gebrauch zu Hause kann eine weitere Möglichkeit sein. Testkits können in bestimmten Internetshops oder bei bestimmten Organisationen gekauft werden. Du wirst dann sehen können, ob dein Produkt ein paar bestimmte (in erster Linie „klassische”) Drogen enthält. Schwierig dabei ist, dass mit dem Testkit nur eine begrenzte Anzahl von Drogen nachgewiesen werden kann. Es ist nicht möglich, alle möglichen Substanzen (einschließlich der schädlichen NPS) genau nachzuweisen. Schau dir vielleicht dieses Informationsvideo von der Global Drug Survey an zu diesem Problem. Mit einem Testkit erfährst du auch nichts über die Dosierung der aktiven Inhaltsstoffe (der psychoaktiven Substanzen). Wenn du eine Dosis nimmst, die sich als zu hoch erweist, ist das Risiko, deine Gesundheit zu gefährden, wesentlich höher.